Herbstkochen im Allende-Viertel

Gemeinsames Kochen und Speisen von Anwohner/innen und geflüchteten Menschen
Ein Bericht von Marit von Homeyer und Heidi Witte

In diesem Jahr hat BENN die Idee des gemeinsamen Kochens im Herbst aufgenommen und unterstützt. Beim gemeinsamen Kochen am 1. November verteilten sich die Köchinnen und Köche auf verschiedene Küchen im Umfeld des Containerdorfes. Unsere Kochgruppe bestand aus Frau v. Homeyer, Frau Witte und einer syrischen jungen Familienmutter. Wir kochten in der Küche der „Begegnungsstätte“. Herr Elfenbein bot uns freundlich seine Hilfe und sein Wissen zur Küchenausstattung an, und so kochten wir unser ausgesuchtes Rezept. Nach dem Kochen ging es mit den zubereiteten Speisen in den „Würfel“, wo alles zu einem internationalen Buffet zusammengestellt wurde. Es gab eine freundliche Begrüßung und Eröffnung des Buffets. Auch wurde erwähnt, dass die Idee dieser Aktion aus dem bisherigen "Erntedankkochen" der Stadtkirchengemeinde gewachsen sei. Im Raum herrschte ein munteres Treiben, an den Tischen probierten die Menschen die leckeren Speisen und unterhielten sich.

"Also, bei uns, nach dem Krieg, da mussten wir zuerst hart arbeiten, bis alles aus Trümmern wieder aufgebaut war, da fiel uns nichts in den Schoß ..." erzählte der alte Herr an unserem Tisch. Die syrische Frau lächelte ihn an, sagte: "Ja, das würde ich in meiner Stadt auch tun, Steine klopfen, und alles aufbauen, nur: Dort herrscht immer noch Krieg, da kann man jetzt nichts aufbauen..." In Plauderstimmung tauschten sich die beiden über das Verhältnis zwischen Mann und Frau in Deutschland und in Syrien aus - und gewannen differenzierte Erkenntnisse. Schön, wenn in solch persönlichen Begegnungen Nachbarschaft gestiftet und Vorurteile beseitigt werden.

Text: Marit von Homeyer und Heidi Witte